Die größten Fische an den Korallenriffen sind die ersten, die verschwinden. “You don’t know what you’ve got ‘till it’s gone,” beschreibt dies treffend ein Popsong. Und wir sind gerade dabei, dies erleben zu müssen.

Die größten Fische an den Korallenriffen sind die ersten, die verschwinden. “You don’t know what you’ve got ‘till it’s gone,” beschreibt dies treffend ein Popsong. Und wir sind gerade dabei, dies erleben zu müssen.

Von Douglas Fenner, Ph.D.

Viele Riffforscher (den Autor eingeschlossen) haben ihre gesamte Karriere damit verbracht, an Riffen mit nur wenigen großen Fischen zu tauchen und haben sich nie gefragt, ob dies normal oder natürlich war. Die Begegnung mit Haien, Napoleonfischen, Mantarochen oder Zackenbarschen ist für Taucher extrem spannend und eine große Attraktion für Tauchanbieter. Ein australischer Tauchanbieter schätzte, dass ein lebender Hai, den er verlässlich seinen Tauchern präsentieren kann, seinem Unternehmen 25.000 $ einbringt. Teilweise sind diese Tiere für die Menschen so aufregend, weil sie heutzutage sehr selten geworden sind.

Heute sind große Fische an fast allen Riffen, die sich in Menschennähe befinden, selten geworden. Ich tauche schon seit Jahren in der Karibik, habe bisher jedoch nur einmal einen Goliath-Zackenbarsch gesehen und der war noch ein Jungtier. Ebenfalls habe ich bisher auch nur einen einzigen ausgewachsenen Napoleonfisch beim Tauchen gesehen. Es ist ein leichtes anzunehmen, dass die Riffe schon immer so waren, wie wir sie das erste Mal gesehen haben und dann anhand dessen auf die Zukunft zu schließen. Mit dem Rückgang der Riffe setzt somit eine jede Generation einen niedrigeren Maßstab zur Beurteilung der zukünftigen Artenverluste. Dieses Phänomen bezeichnet man als „shifting baseline“ (Pauly, 1995; Sheppard, 1995).

Jackson (1997) schrieb:

"The problem is that everyone, scientists included, believes that the way things were when they first saw them is natural."

Jackson et al. (2001) schrieben:

"The shifting baseline syndrome is thus even more insidious and ecologically widespread than is commonly realized."

In den letzten Jahren gab es eine Vielzahl von Berichten über die Fischbestände an abgelegenen Riffen im Pazifik, die fast unberührt waren. Zuerst gab es einen Bericht über die nordwestlichen hawaiianischen Inseln von Friedlander und De Martini (2002). Für Touristen sind nur die „Hauptinseln“ Hawaiis am südöstlichen Ende der Inselkette zugänglich. Die Inseln und Riffe im Nordwesten hinter Kaua’i sind dafür zu klein, auch wenn Midway für kurze Zeit einen Tauchtourismus hatte. Es stellte sich heraus, dass die Riffe im Vergleich zu den Hauptinseln Hawaiis nur so mit großen Fischen überquollen.

Der am weitesten verbreitete Fisch in den nordwestlichen hawaiianischen Inseln ist die Stachelmakrele (Caranx ignobilis), welche eine Länge von 1,7 Metern und ein Gewicht von bis zu 68 kg erreichen kann. Auch gibt es dort eine Vielzahl von grauen Riffhaien und Galapagoshaien. Diese großen Raubfische werden Spitzenprädatoren genannt, da sie an der Spitze der Nahrungspyramide stehen. Verblüffenderweise machen sie zusammen die Hälfte der Biomasse aller dort lebenden Rifffische aus (Birkeland und Friedlander, 2001). Im Gegensatz dazu trifft man an den ausgedehnten Riffen rund um die Hauptinseln nur sehr wenige Haie an. Insgesamt finden sich an den abgelegenen Riffen im Nordwesten 65-mal so viele Haie pro Flächeneinheit als an den Hauptinseln.

Der Autor schnorchelte selber schon oft vor den Hauptinseln (und verfasste auch ein Buch über Korallen. „Corals of Hawaii“), sah dabei aber insgesamt nur ein bis zwei Haie. Wenn man vor Hawaii taucht oder schnorchelt, so ist man nur von vielen wunderschönen kleinen Fischen umgeben, jedoch ist dies ein großer Unterschied zu einem natürlichen und intakten Riff.

Es kommt gelegentlich vor, dass vor den Hauptinseln Hawaiis ein Tigerhai einen Menschen beißt, wobei die Personen nur selten an den Verletzungen sterben. Selbstverständlich sind solche Zwischenfälle tragisch, doch in der sich nach einem solchen Unfall anschließenden Hysterie schwärmen die Menschen aus und töten jeden Hai, den sie finden können. Von diesen bei solchen Aktionen durchschnittlichen 200 gefangenen Haien sind jedoch die wenigsten davon Tigerhaie (Anm. d. Red.: und die meisten Forscher, die mit Tigerhaien arbeiten sagen, dass die Tiere Menschen gegenüber in den seltensten Fällen aggressiv sind. Ein Forscher in Australien schwimmt sogar regelmäßig mit ihnen, um sie zu filmen und fängt sie mit einem Lasso um die Schwanzflosse, um sie zu Untersuchungszwecken kurzzeitig an Bord zu holen.).

Die Menschen in westlichen Kulturen lieben es, Angst vor Haien zu haben, was auch durch die Massenmedien und Filme wie z.B. „Der Weiße Hai“ unterstützt wird. Weltweit sterben jedes Jahr nur 5 Menschen durch Haiangriffe, jedoch sehr viele Menschen mehr durch Blitzschläge oder Bienenstiche. Der Mensch hingegen tötet jährlich ca. 100 Millionen Haie. Wer ist also der blutrünstige Killer, der Hai oder doch eher der Mensch?

Das seltene Vorkommen der Haie vor den hawaiianischen Hauptinseln ist typisch für menschennahe Riffe. Auf den Philippinen sah ich während 2 Jahren mit je 10 Tauchgängen pro Woche insgesamt nur 5 Haie, von denen sich zwei Exemplare auf dem Weg zum Markt befanden. Einige Jahre später konnte ich an dem abgelegenen und unter Schutz stehendem Tubbataha-Riff auf den Philippinen tauchen. Dort waren Weißspitzenriffhaie relativ häufig, jedoch fehlten auch hier Graue Riffhaie, wie man sie in gänzlich unberührten und unbefischten Riffen findet.

Bei „Shark control“-Programmen auf Hawaii wurden viele Tiere durch Langleinen, sog. „Longlines“, die mit Haken auf ca. 45 m Tiefe verankert wurden, getötet. „Als Reaktion auf Bedenken über Haiangriffe auf Menschen wurden von 1959 bis 1976 auf Hawaii im großen Stil Haifang-Programme durchgeführt. In diesem Zeitraum wurden auf den Hauptinseln Hawaiis mehr als 4.500 Haie gefangen…“ (Papastamatiou et al. 2006). Entgegen der offensichtlichen Tatsache, dass die Haie stark überfischt und auf den Hauptinseln vom Aussterben bedroht sind, gab es dort keine Ansätze, die Tiere zu schützen. Ein Grund dafür könnte sein, dass ein zu großer Druck von den Fischern ausging, die dort recht lautstark vertreten sind. Und wie es nun einmal in der Politik so ist, bekommt der, der am Lautesten schreit, seinen Willen. Dies hat zur Folge, dass die Fischereipolitik zur reinen Klientelpolitik verkommt und keine wissenschaftliche Basis mehr hat (Pala, 2007). Zusätzlich dazu tragen der schlechte Ruf der Haie und die gelegentlichen Haiangriffe nicht dazu bei, dass die Tiere sympathischer erscheinen. Folglich wären Bemühungen seitens der Behörden zum Schutz der Tiere sehr unpopulär.

Neue Studien von den abgelegenen und unbefischten Linieninseln südlich von Hawaii belegen, dass auch dort die großen Fische die Hälfte der ganzen Biomasse ausmachen (Stevenson, 2006; Pala, 2007; Richie et al. 2008; Sandin et al. 2008).

Sandin et al. (2008) schreiben:"The earliest historical descriptions of Kiritimati and Tabuaeran document an enormous abundance of sharks and other large fishes that persisted until the early to mid 20th century when declines became apparent. As recently as 1997, fish biomass at Kiritimati was double that observed in our study and was comprised of over 30% top predators, suggesting that large declines in the fish assemblage has occurred within just ten years as the human population rapidly increased due to deliberate relocation. Thus, the low fish biomass at these atolls most likely is due to fishing here, as in many places elsewhere (39, 63, 64)." "Over 50% of the reef fishery is composed of predatory species." "The changes in reef fish assemblage structure are best described as a response to increased fishing pressure from Kingman to Kiritimati (Supplemental Data). Fishing pressure tends to disproportionately reduce densities of longer-lived, larger-bodied individuals (37, 38), which are frequently from higher trophic levels (39)."

Forschungen über Rifffische in Guam und den Marianen zeigten, dass Fische, die größer als 50 cm sind, am nördlichen Ende der Inselkette viel häufiger waren, als bei den von den Menschen bewohnten südlichen Inseln. Ein Kommentar eines Fischers, der von den zahlreichen Fischvorkommen erfuhr war: „Vielleicht sollten wir nächstes Jahr dort unseren Fischfang-Wettbewerb veranstalten.“

Der Fischexperte Dr. Gerry Allen berichtete von den abgelegenen und unbewohnten Phönix-Inseln (westlich der Linieninseln), dass er dort während seiner 1 Stunden Tauchgänge durchschnittlich 15 Haie gesehen hat. Bei vielen Riffen in der Nähe von Menschen braucht man mindestens 100 Tauchgänge, um überhaupt einen einzigen Hai zu sehen. Auf den Phönix-Inseln würde man in derselben Zeit 1.500 Tiere sehen. Das sind 1.500-mal mehr Haie! Selbstverständlich gibt es noch weit mehr Unterschiede zwischen den Inseln als die Intensität der Fischerei. Unabhängig jedoch von allen diesen Gründen gibt es bei fast allen Riffen in der Nähe von Menschen nur sehr wenige große Fische, während es bei allen untersuchten unberührten Inseln eine Vielzahl an großen Fischen gab. In einigen Gebieten (Great Barrier Reef, Fiji, Guam, Salomonen Inseln) wurden diese Rückgänge der Populationen sogar dokumentiert.

In der Meeresbiologie wird Überfischung definiert als Fischfang, der die maximale nachhaltige Fangmenge (MSY) übersteigt. Bei dieser maximalen nachhaltigen Fangmenge sind die langfristigen Erträge für die Fischer am größten. (Die maximalen Erträge für die Gesellschaft sind eine andere Sachen und bedürfen weitergehenden Überlegungen.) Die meisten Fischereimodelle besagen, dass die nachhaltige Fangmenge 1/3 der Biomasse eines unbefischten Bestandes beträgt. Übertragen auf die großen Riffe bedeutet dies dass die Riffe nicht bloß überfischt, sondern mit dem 1/1.500 fachen stark überfischt sind und kurz vor dem lokalen Aussterben stehen.

Die moderne Fischereiwissenschaft ist zum „Optimum Yield“ (OY) als einem restriktiverem Überfischungslimit übergegangen. Obwohl es nicht exakt definiert ist, so ist es jedoch eine Fangquote, die niedriger als das MSY ist, und somit Spielraum für Ungewissheiten in den Daten und Modellen, sowie hohen Schwankungen bei den jährlichen Fischbeständen zulässt. Sollte es außerdem zu schädlichen Einflüssen durch die Befischung für das Ökosystem kommen, könnte das OY auf ein niedrigeres Level gesetzt werden, um diese Auswirkungen zu vermeiden.

Aber egal wie man es dreht und wendet; die Riffe sind stark überfischt. Überfischung nützt niemandem etwas, auch nicht den Fischern, die bei nachhaltigen Fangquoten (auf MSY-Level) mehr fangen könnten. Aber da jeder einzelne Fischer lieber mehr fängt, um so in kürzerer Zeit einen höheren Profit zu erzielen, drängen die Fischer darauf, mehr fangen zu dürfen als für sie und die Gesellschaft als Ganzes vorteilhafter wäre. Frei nach dem Motto: „Die Zukunft wird es schon wieder richten.“ Von der Gesetzgebung der USA her muss jeder Bundesstaat aufgrund der gesetzlichen Doktrin des „Public Trust“ die öffentlichen Ressourcen für die Bürger verwalten. Dies hat zur Folge, dass die Staaten die öffentlichen Ressourcen zum Wohle aller Bürger verwalten müssen und nicht nur zum Wohle derer, die einen finanziellen Vorteil daraus ziehen, wie zum Beispiel die Fischer. Gegenwärtig ist die US-Regierung in dieser Hinsicht jedoch nicht eingeschränkt. (Turnipseed et al. 2009).

Vergleiche zwischen befischten und entlegenen Riffen lassen aufgrund der vielen Unterschiede zwischen den Riffen Raum für viele Interpretationsmöglichkeiten. Beobachtungen über einen längeren Zeitraum können da aussagekräftiger sein, um dem Phänomen der „shifting baselines“ entgegenzuwirken. Pierre Laboute, der Autor mehrerer Fischführer (z.B. Laboute, 2001;2009) beobachtet und fotografiert seit Jahrzehnten bei seinen Tauchgängen die Riffe von Neukaledonien, Madagaskar und Französisch-Polynesien und berichtet, dass es zu Beginn massenhaft Haie und Napoleon-Lippfische in diesen Gebieten gab, von denen man mehrere große Exemplare bei den Tauchgängen sehen konnte. Heutzutage benötigt man mehrere Tauchgänge, um überhaupt erst ein einziges Exemplar zu Gesicht zu bekommen.

Ein jüngster Bericht aus Australien deutet darauf hin, dass die Kokos-Inseln im Indischen Ozean, die keine Fischerei betreiben, Haie in Fülle haben. Der Bericht zeigt ebenfalls, dass in den Gebieten des Great Barrier Reefs, in denen der Fischfang erlaubt ist (was bis vor kurzen im gesamten Riff der Fall war), die Zahl der Haie sehr viel geringer ist (Robbins et al. 2006). In den wenigen kleinen Gebieten des GBR, die für Menschen gesperrt sind, sind hingegen die Haie wie auf den Kokos-Inseln zahlreich. Erstaunlicherweise gibt es in den Gebieten, die für Menschen geöffnet sind, in denen aber nicht gefischt werden darf, genauso wenig Haie, wie in den befischten Gebieten. Offensichtlich wildern die Menschen Haie in diesen Gebieten, in denen die Tiere eigentlich durch „no-take-Regeln“ geschützt sind. Folglich bieten nur „no-go Sperrgebiete“ den Haien einen effektiven Schutz.

Robbins et al. gelang es, die Geschwindigkeit zu ermitteln, mit der die Haie am Great Barrier Reef abnehmen und sie ist sehr hoch. Die Fischerei in Queensland (wo das GBR liegt) wird von dem Queensland Department of Primary Industries (DPI) kontrolliert. Das DPI behauptet, durch die Beschränkung des Besitzes auf einen Grauen Riffhai oder Weißspitzen-Riffhai pro Tag und kommerziellem Fischer, die Regelungen verschärft und gut reguliert zu haben. Und das, obwohl das Sportfischen auf Haie unbeschränkt bleibt und jeder kommerzielle Fischer einen Riffhai pro Tag, oder 365 Haie pro Jahr besitzen und so viele Haie töten und wieder tot ins Meer zurückwerfen darf. Man erzählt sich die Geschichte, dass die Fischer, die nach Zackenbarschen am GBR fischen und damit ziemlich viel Geld verdienen, nicht gerne nur den Kopf eines Zackenbarsches an Bord holen, weil ein Hai in der Zwischenzeit, in der der Fisch an der Leine hing, den Rest gefressen hat. Daher fangen sie absichtlich Haie, töten sie und werfen sie dann anschließend wieder zurück ins Wasser. Alles ganz legal, undokumentiert und unreguliert.

Robbins et al. (2006) schrieben,

"Our data suggest that for coral-reef sharks, immediate and substantial reductions in shark fishing will be required for their ongoing collapse to be reversed."

"Together, these findings indicate that extirpation of these species from fished coral-reef ecosystems is an immanent likelihood in the absence of substantial changes to coral-reef management."

"Inferred and projected declines such as ours appear sufficient to warrant "Critically Endangered" status under the IUCN Red List (A3d) criteria for this study area for both species."

"Moreover, the magnitude of the population decline is severe: Median rates of population decline are 7% per annum for whitetip reef sharks and 17% for grey reef sharks. If current population trends continue unabated, the abundance of whitetip reef sharks and grey reef sharks present on legally fished reefs will be reduced to only 5% and 0.1% respectively, of their present-day no-entry abundance levels within 20 years."

"The minimum change in mortality necessary to produce a median estimated population growth rate of 1.0 (i.e., population stability) was calculated for each species. Analyses indicate that reductions in annual mortality by one-third (36%) for the whitetip shark and one half (49%) for the gray reef shark would be required to halt these ongoing declines. However, with commercial catches of sharks nearly quadrupling on the Great Barrier Reef between 1994 and 2003, and recreational fishing also removing large numbers of sharks in Australia, the trend is strongly in the opposite direction."

"For instance, on coral reefs, food-web models indicate that trophic cascades initiated by overfishing of sharks may have contributed to the collapse of Caribbean coral-reef ecosystems."

Der renommierte Wissenschaftler für Korallenriffe, J.E.N. „Charlie“ Veron schreibt:

"When I first worked on the Great Barrier Reef, I always felt a moment of anxiety after rolling backwards off the side of a boat to go for a dive. We all felt that. We waited for the bubbles to clear just to make sure that there wasn't a big tiger among the sharks that always gathered around. Now, anywhere in the Asian region, I swim long distances over deep water without the slightest concern, for there are virtually no sharks left, big or small. I haven't even seen big fish in any numbers around an Asian reef in years. The plight of sharks is symptomatic of what is happening to reefs."

Die Verletzlichkeit von Haien wird in diesem Zitat aus Nichols (1993) herausgestellt:

"Sharks possess particular biological characteristics which render then especially susceptible to high fishing pressure, and as such, qualify them as a special case for management. As apex predators, they have few natural enemies. The biological characteristics of sharks - long lived, slow growth rates, low fecundity and reproductive rates (some species do not reproduce every year), long gestation period, relatively large size at first spawning, and strongly density dependent recruitment - result in shark fisheries being particularly sensitive to over-fishing."

Knowlton und Jackson (2008) schrieben:

"The areas of biggest concern for the immediate future are apex predators at the top, because they are globally so rare, and corals at the bottom, because of their continuing decline, apparent vulnerability to even modest local human impacts, and extreme sensitivity to all aspects of global change. Both risk extinctions if nothing is done to halt their global downward trajectories."

McKleod et al. (2005) schrieben,

"The key interactions among species within an ecosystem are essential to maintain if ecosystem services are to be delivered. Removing or damaging some species can dramatically affect others and disrupt the ability of the system to provide desired services. Small changes to these key interactions can produce large ecosystem responses. For example, the absence of large-bodied predators at the apex of marine food webs can result in large-scale changes in the relative abundances of other species."

Napoleon-Lippfische, auch bekannt als Napoleonsfisch (Cheilinus undulatus), sind genau wie die Haie durch die Fischerei bedroht. Mit einer Größe von bis zu 2,30 Metern und einem Gewicht von bis zu 191 kg können sie wahre Giganten werden und übertreffen die meisten Riffhaie. Man findet die Napoleon-Lippfische im Indo-Pazifik, wo sie sich hauptsächlich von Mollusken und Krustentieren ernähren. Um in Hong Kong und Taiwan verkauft zu werden, wo für sie erstaunlich hohe Preise geboten werden, werden die Tiere in immer größeren Gebieten des westlichen Pazifiks gefangen.

Da die Fische in solch großen Mengen gefangen werden (das Handelsvolumen beträgt ca. 1 Milliarde US$), wurden sie auf die CITES-Liste gesetzt, die sie vor dem internationalen Handel schützen soll. Doch auch überall dort, wo es Menschen gibt, werden sie von den einheimischen Fischern gefangen. Ihre Häufigkeit ist antiproportional zu der der Menschen. An den Orten, wo die menschliche Populationsdichte am größten ist, da fehlen sie beinahe vollständig, aber dort, wo es keine Menschen gibt oder der Fischfang verboten ist, gibt es sie sehr zahlreich. Die abgelegenen und unbewohnten Phönix-Inseln und Wake Island (ein US-Stützpunkt) beherbergen einige der größten bekannten Populationen an Napoleon-Lippfischen (Sadovy et al. 2003).

Sadovy et al. (2003) schrieben:

"This species is particularly sensitive to fishing pressure. In most fished areas, density and body size have dropped substantially. It appears to be particularly heavily targeted and depleted in SE Asia and in some places faces extirpation." "Other giant reef fish share many problems..." "...humphead wrasse in recent years fetching as much as US$130/Kg at retail."

"Probable extirpations at edge of range sites signal the start of range reduction, an early step towards extinction."

"The prognosis for the persistence of exploited populations of C. undulatus, under current conditions and given the biology of the species is poor. Conservation and management are needed to ensure it persists in viable numbers wherever exploited."

"The humphead wrasse is particularly vulnerable to exploitation at anything other than the lowest levels of fishing pressure." "Moreover, the ecological role of such large fishes is not well understood and it could turn out that they are key species for long-term ecosystem stability."

Büffelkopf-Papageifische sind weitere große Rifffische im Indo-Pazifik. Sie können bis zu 1,30 Metern groß und 46 Kilo schwer werden. Gewöhnlich leben sie in Gruppen von 30-50, selten auch in Gruppen von bis zu 700 Tieren und ernähren sich von Algen und Korallen. Durch ihre Größe können sie an einigen Riffen einen erheblich Teil der Biomasse an Fischen ausmachen. Am Great Barrier Reef findet man sie zum Beispiel am Häufigsten entlang der Riffkämme im am nördlichen Ende, jedoch findet man sie auch bis hinunter ans südliche Ende.

Nachts schlafen die Papageifische ebenfalls zusammen in ihren Gruppen, entweder im Freien oder in Riffspalten, in die sie nicht ganz hineinpassen. Häufig neigen sie dazu, immer in derselben Gegend zu schlafen, was sie zu einer leichten Beute für die Speerfischerei mit Taschenlampe und Tauchausrüstung macht. Ein Fischer, der den Schlafplatz einer solchen Gruppe gefunden hat, kann Nacht für Nacht an die gleiche Stelle zurückkommen, bis er die ganze Gruppe ausgerottet hat.

Auch hier korreliert die Populationsdichte antiproportional zu der der Menschen (Bellwood et al. 2003). C. Birkeland und G. Davis berichten, dass in den 1960er Jahren in Guam große Gruppen von Büffelkopf-Papageifischen heimisch waren, diese jedoch in den 70ern durch Speerfischerei sehr stark dezimiert wurden und heute dort nur noch sehr selten sind. Hensley und Sherwood (1993) bestätigten, dass die Tiere dort nun sehr selten geworden sind; Dulvy und Polunin (2004) behaupten sogar, dass sie in Guam inzwischen ausgestorben sind.

Ungeachtet dessen bleibt das nächtliche Speerfischen mit Tauchausrüstung in Guam erlaubt. Ein möglicher Grund mag in der dortigen starken Fischerlobby liegen. Befragungen von Menschen auf Fiji ergaben, dass wenn an einer Insel das nächtliche Speerfischen betrieben wurde, die Märkte anschließend voll von Büffelkopf-Papageifischen waren. Oftmals machten sie die Hälfte aller dort gehandelten Fische aus. Heutzutage jedoch sind sie in diesen Regionen sehr selten geworden und von den dortigen Märkten ganz verschwunden. Auf einigen Inseln sind sie sogar örtlich ausgestorben (Dulvy und Polunin, 2004).

In Teilen der Salomonen dominieren aktuell die Büffelkopf-Papageifische die Märkte, doch müssen die Fischer in den dichter besiedelten Gebieten immer weiter hinausfahren, um weitere Fischpopulationen zu finden (Aswani und Hamilton, 2004). Professor Howard Choat berichtet, dass eine kleine Gruppe von Speerfischern in nur einer Nacht ein großes Skiff (Boot) mit den Fischen füllen kann.

Büffelkopf-Papageifische laichen in Gruppen, sodass man annehmen kann, dass das Laichen durch das Vorhandensein einer Gruppe stimuliert wird (Hamilton et al. 2008). Eines Tages jedoch könnte es sein, dass die Populationen so weit geschrumpft sind, dass gar keine Gruppen mehr übrig sind und so die verbliebenen Tiere Probleme mit dem Laichen bekommen. So könnten sie, selbst wenn sie dann geschützt wären, ihre Art nicht mehr erhalten. Kleine Populationen wären dann dem Untergang geweiht, so dass es von äußerster Wichtigkeit ist, die Tötung dieser letzten Gruppen zu verhindern. Nach den bisherigen Erkenntnissen sieht es so aus, als wären die Büffelkopf-Papageifische besonders anfällig für eine Ausrottung durch Überfischung, wahrscheinlich sogar noch mehr als die Napoleon-Lippfische.

Hamilton et al. (2008) schreiben:

"Preliminary studies have identified B. muricatum as a group spawning species, a behavioural trait that is frequently associated with over-exploitation."

"The large size, schooling behaviour and nocturnal aggregation of B. muricatum make it a lucrative and highly prized target of many subsistence and artisanal nighttime spear fisheries in the Pacific."

Bellwood et al. (2003) schreiben:

"It is a major contributor reef ecosystem processes and its absence highlights the potential for marked changes in ecosystem functioning." "The absence of parrotfishes will impair normal recovery processes and constitutes a loss of ecosystem resilience..."

"B. muricatum, in particular, is highly susceptible to spearfishing activity..."

Dulvy and Polunin (2004) schreiben:

"This large conspicuous reef fish was formerly a prominent and abundant member of reef fish assemblages and catches, but is now encountered infrequently throughout large parts of its range." "...this species may be extinct at the Marshall Islands and possibly Guam..."

Riesenzackenbarsche (Epinephelus lanceolatus) im Pazifik (in Australien werden sie auch Queensland-Zackenbarsche genannt) können bis zu 2,70 Metern groß und über 300 Kilo schwer werden. Selbst an Riffen, an denen es keine Menschen gibt, ist die Art selten anzutreffen. Das Äquivalent in der Karibik, der „Giant Grouper“ (Epinephelus itajara), wird bis zu 2,40 Meter groß und 310 Kilo schwer. Doch bei dieser Art verhält es sich ganz anders.

Obwohl auch sie heutzutage in der Karibik selten geworden sind, so erzählen doch alte Bilder von Touristenbooten aus Florida eine andere Geschichte. Auf diesen alten Bildern kann man Angelboote sehen, die von Tagesausflügen zurückkehren und oft viele große Giant Grouper an Bord hatten. Die heutigen Trophäen-Fotos zeigen hingegen nur noch überwiegend kleinere Fische als damals (Mc Clenachan, 2008).

Doch seit 1990 wurden die Tiere in den Florida Keys unter Schutz gestellt und wenn man heute nun dort taucht, hat man gute Chancen, einen Meter große und 45 Kilo schwere Exemplare zu sehen. Seitdem sie geschützt wurden, erholen sich ihre Zahlen stetig, auch wenn es jedoch noch einige Zeit dauern wird, bis sie ihre alten Größen wieder erreichen werden. Währenddessen haben einige Angelausfluganbieter entdeckt, dass es Angler gibt, die es auch aufregend finden, große Fische zu fangen und sie anschließend wieder freizulassen. So gibt es mittlerweile einige Anbieter, die sich auf diese „catch and release“ Praxis spezialisiert haben. (http://www.floridalighttacklecharters.com/gallery_extremefishing.htm).

Doch dies führt mittlerweile zu neuen Problemen. Die „catch and release“ Praxis bei Hobbyanglern wird inzwischen auch auf anderen Arten angewendet. Wenn diese kleineren Fische wieder freigelassen werden, haben die Haie und Goliath Grouper gelernt, dass die Fische dann noch benommen und im offenen Wasser ohne jeglichen Schutz sind und daher eine leichte Beute darstellen. So versammeln sie sich mit der Zeit um die Boote und fressen die Fische, sobald sie freigelassen werden. Den Anglern hingegen, die die Fische auch in den nächsten Tagen wieder fangen möchten, gefällt dies absolut nicht. Es gibt Gerüchte von Anglern, die daher Haie und/oder Goliath Grouper fangen, mitnehmen und an anderer Stelle töten.

Seit jeher gilt es in der Fischerei als Ziel, zuerst die größten Fische zu fangen (z.B. Ricker, 1946; Jennings and Kaiser, 1998; Jennings et al. 1999; Pitcher, 2001; Dulvy et al. 2004). Das Ziel des Fischers ist es, Jagd auf die großen Exemplare zu machen; desto mehr hat die Familie zum Essen oder desto mehr kann man verkaufen. In Amerikanisch-Samoa konnte ein Fischer, der einen großen Napoleon-Lippfisch fing, 120 $ verdienen, während er für die häufigste Fischart, einen Doktorfisch, nur 1 $ pro Tier bekommen hätte. Daher waren die großen Fische 120-mal so lohnend wie die Kleinen. Generell lohnt es sich mehr, die großen Fische zu fangen, auch wenn es bei Schwarmfischen wie den Sardinen, Anchovis oder Heringen aufgrund der Schwarmgrößen Ausnahmen gibt.

Aus diesem Phänomen lässt sich eine Möglichkeit den Fangdruck zu messen, ableiten, indem man  die Größe der vorhandenen Fische registriert. Je stärker die Tiere befischt werden, desto weniger große Exemplare trifft man an (Graham et al. 2005). Über Jahrzehnte kann der Fischfang sich auf die größten Tiere konzentrieren und wenn diese Größenklasse dann erschöpft ist, wird Jagd auf die nächst kleineren Exemplare gemacht. Das setzt sich bis zu den kleinsten noch profitablen Exemplaren fort. Diese Praxis heißt: „Fishing down the food web.“ (Pauly et al. 1998; Pauly and Palomares, 2005). Denken Sie an die Größenunterschiede bei den Rifffischen. Wenn Riffe in einer Region über 600 verschiedene Fischarten beheimaten, wie viele von diesen Arten sind groß genug, um deshalb von den Menschen gefangen zu werden?

Die artenreichsten Fischfamilien an den Riffen sind Grundelartige und Riffbarsche und sie alle sind viel zu klein, als dass sie lohnend gefangen werden könnten. So befinden sich folglich am kleinen Ende des Größenspektrums sehr viele kleine Fische, die nicht gefangen werden, während es von den großen Fischen nur wenige Exemplare gibt, die auch noch heiß begehrt sind. Der Fangdruck steigt folglich mit der Größe der Fische.

Zusätzlich dazu nimmt die Zahl der Tiere innerhalb einer Art mit zunehmender Größe ab. An abgelegen, unberührten Riffen, an denen die großen Fische gut die Hälfte der Biomasse ausmachen, gibt es zwar sehr viele Grundelartige und Riffbarsche, jedoch nur wenige Haie, Napoleon-Lippfische und Riesenzackenbarsche. Der am häufigsten vorkommende Fisch an Riffen (wo er von seiner Verbreitung her möglich ist) ist ein Doktorfisch, der bis zu 26 cm groß werden kann. Denn allgemein gilt, dass je größer der Fisch ist, desto mehr braucht er zu fressen. Ein Riff kann eine große Zahl von kleinen Grundeln ernähren, aber nur eine begrenzte Anzahl an Haien, Napoleon-Lippfischen und Riesenzackenbarschen. Somit sind die großen Fische von Natur aus weniger häufig als die kleinen Fische und viel stärker befischt, was zu einer viel schnelleren Ausrottung als bei kleinen Fischen führt.

Somit gibt es nun ein quantitatives Instrument zur Messung der Anfälligkeit gegen Überfischung (Cheung et al. 2007). Die Internetseite FishBase (www.fishbase.org). bietet neben einer Fülle von Informationen zu jeder einzelnen Fischart auch zusätzlich die Gefährdungseinstufung an Hand des „Gefährdungs-Index“ an. Dieser Index reicht von 0 für keine Gefährdung bis hin zu 100 für eine maximale Gefährdung.

Jede der großen Fischarten wie die der Haie, Napoleon-Lippfische oder Riesenzackenbarsche hat einen Gefährdungsindex im Bereich von 75 (von 100). Die kleineren, weniger befischten Fischarten haben Werte von 25-35. Der Streifen-Borstenzahndoktorfisch (Ctenochaetus striatus) ist einer der häufigsten Rifffische im Indo-Pazifik (Lieske und Myers, 2001). Er hat einen Index von weniger als 14.

Die größten Arten von Rifffischen reagieren sehr sensibel auf eine Überfischung, wohingegen die kleineren Arten resistenter und die am häufigsten vorkommenden Arten sehr resistent gegen eine solche Überfischung sind. Besonders die Haie, die im Gegensatz zu den Knochenfischen, die große Mengen an kleinen Eiern legen, nur wenige Junge zur Welt bringen, haben es besonders schwer, sich von einer starken Befischung wieder zu erholen. So bringen Riffhaie üblicherweise nur 1-5 Junge pro Jahr zur Welt, was ihre Fähigkeit die Population schnell zu vergrößern, extrem einschränkt.

Im Gegensatz dazu legen die Weibchen der großen Knochenfische Millionen von Eiern pro Jahr. Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines solchen winzigen Eies (häufig nur 1mm groß), ist im Vergleich zu der eines Haijungen winzig. Denn je größer das Jungtier ist, desto größer ist auch dessen Wahrscheinlichkeit zu überleben. Unter den richtigen Bedingungen jedoch kann der Nachwuchs eines großen Knochenfisches in so großen Zahlen überleben, dass dessen Population sich in nur einem Jahr erholt. Für Haie oder auch Rochen ist dies jedoch unmöglich. Einmal überfischt, kann man große Fische und im Besonderen die Haie, nur durch niedrige Fangquoten auf einem geringen, aber stabilen Niveau halten. Selbst die kleinen Mengen der zusätzlich durch Wilderei in den no-take Gebieten des Great Barrier Reefs gefangenen Tiere reichte jedoch schon aus, um die Haie dort stark zu dezimieren.

Der Fischfang entzieht immer Fische und führt zu einer Abnahme des Fischreichtums und der Biomasse. Die Gesamtbiomasse ist an gering befischten Riffen größer als an stark befischten (Knowlton and Jackson, 2008). Häufig werden diese geringeren Werte durch den Fang der großen Fische verursacht (Birkeland and Friedlander, 2001). Wenn nun aber durch den Fischfang nur die großen Räuber aus dem Ökosystem entfernt werden, kann sich ihre Beute ungehindert vermehren (Graham et al. 2003). In den meisten Fällen jedoch werden aber auch die kleineren Fische ebenso wie die großen Raubfische gefangen. So gehen letztendlich auch die Bestände der kleinen Fische zurück, denn obwohl sie von der Dezimierung durch ihre natürlichen Feinde befreit wurden, werden sie dafür in umso größeren Mengen von den räuberischen Menschen dezimiert.

Die Degradation der Korallenriffe weltweit wurde erst sehr spät erkannt, obwohl sie schon seit längerer Zeit vonstatten geht. Erst kürzliche Studien an nahezu unberührten Riffen und historische Aufzeichnungen haben ans Licht gebracht, wie degradiert die meisten heutigen Riffe sind und wie lange dies schon so ging. Die historischen Aufzeichnungen bestätigen, dass die großen Fische noch vor den kleineren Exemplaren dezimiert wurden (Pandolfi et al. 2003; 2005). Ursprünglich beherbergte die tropische Megafauna erstaunliche Mengen an Mönchsrobben und Millionen von Meeresschildkröten. Sie waren jedoch die Ersten die verschwanden, als die Westländer in die Gebiete vordrangen (Jackson, 1997).

Ebenso gibt es sogar auch archäologische Daten, die den Rückgang der Fischbestände an den Riffen zeigen, bevor die Westländer dort ankamen (Wing and Wing, 2001). Zu Lande waren die Menschen in die Ausrottung von großen Säugetieren und Vögeln verwickelt, die oftmals zu der gleichen Zeit verschwanden, als die Menschen auf Kontinenten wie zum Beispiel Nord-Amerika ankamen. Während die Megafauna verschwand, überlebten jedoch die kleineren Tierarten. Mäuse und Ratten entwickelten sich prächtig.

Pitcher (2001) spezifizierte:

"For terrestrial mammalian megafauna, and associated specialized carnivores and scavengers, a pulse of late Pleistocene extinctions throughout the world coincides with the advent of cooperative hunting behavior and technology as modern humans spread around the globe." "In the past 100,000 years North America has lost 73%, South America 79% and Australia 86% of endemic genera of terrestrial megafauna."

Jackson et al. (2001) führen dazu aus:

"Historical abundances of large consumer species were fantastically large in comparison with recent observations."
Jackson (1997) wrote:

"Megavertebrates are critical for reef conservation and, unlike land, there are no coral reef livestock to take their place."

Wie viel ist ein großer Fisch auf dem Fischmarkt wert? Einhundert Dollar oder mehr? Für einen armen Fischer in einem Entwicklungsland ist dies sehr viel Geld. Aber wie viel Geld könnte ein Tauchanbieter von einem Taucher verlangen, um ihm diesen lebenden Fisch am Riff zu zeigen? 50 Dollar oder mehr? Taucher sind verrückt nach großen Fischen, die so aufregend für sie sind. Wie wäre es also mit einer Bootsladung Taucher? Wie wäre es mit einer Bootsladung Taucher pro Tag? Wie viel Geld würden solche Taucher insgesamt für die Hotelunterkunft, Verpflegung, Mietwagen, Souvenirs und Flug ausgeben? Wie viele Menschen sind in all diesen Unternehmen beschäftigt? Ein einziger großer, berühmter Fisch kann Taucher dazu bringen, mehr als eine Million Dollar auszugeben, um ihn zu sehen. Lebendig ist dieser Fisch Gold wert. Tot ist er im Vergleich dazu wertlos.

Allerdings müssen Sie sich dazu in einer Region befinden, in der Sie Taucher anlocken können. Da jedoch das Tauchen nachhaltiger als die Fischerei ist, kann die Gans jedes Jahr aufs Neue ihre goldenen Eier legen. Würde es Sinn machen, die Gans zu töten??? Wenn allerdings die Hotels und Tauchbasen von Menschen aus den Industrienationen betrieben werden, bekommen die Einheimischen nur einen geringen Anteil von dem Tourismusgeschäft mit den großen Fischen in ihrem eigenen Land ab. Deshalb ziehe ich es vor, in einheimischen Hotels zu übernachten und mit einheimischen Tauchanbietern tauchen zu gehen.

„Rettet die großen Rifffische!!!“ Australien schützt den Napoleon-Lippfisch, genau wie Niue. Kürzlich stellte Palau alle Haie sowie die Napoleon-Lippfische und Büffelkopf-Papageienfische unter Schutz. Amerikanisch-Samoa hat versprochen, alle großen Rifffische inklusive aller Haie, Napoleon-Lippfische und Büffelkopf-Papageienfische etc. zu schützen. Es wird dort ausnahmslos im gesamten Hoheitsgebiet für jeden verboten sein, sie aus jeglichen Gründen zu fangen, egal zu welcher Zeit, oder in welcher Größe. Sie werden auf der Basis geschützt, dass sie selten und ausgebeutet sind und die Gefahr besteht, bei einer andauernden Ausbeutung lokal ausgerottet zu werden. Es ist nämlich viel einfacher nachzuweisen, dass eine Art selten und ausgebeutet ist, als zu belegen, dass sie überfischt ist, sodass diese Begründung auch Anwendung in anderen Ländern finden könnte.

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