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Haiangriff! Medienhype versus Haiwahrheiten
Die Medien verpassten dem Hai seinen schlechten Ruf. Ist die Angst vor Haien, die durch die  Medien verbreitet wird, gerechtfertigt?
Der Hai ist eines der zuverlässigsten Monster. Jedes Jahr berichten Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen über jede Haisichtung und jeden Haiangriff. Und warum auch nicht? Eine ihrer Hauptrollen ist es, Einschaltquoten zu maximieren und Zeitschriften zu verkaufen. Der Blick auf einen "menschenfressenden" Hai zieht immer viel Aufmerksamkeit auf sich.
shark weekEin kurzer Blick auf die Serie „Shark Week“ des „Discovery Channels“ 2007 demonstriert, wie dramatisch die Titel sind: „Ozean des Schreckens: Die schlimmste Haiattacke aller Zeiten“, „Tödliche Streifen“, „Haie im Fressrausch“, „Perfekte Jäger“ und „Die Top Fünf: bei lebendigem Leibe gefressen“. Diese Überschriften zeigen kein ausgeglichenes Bild der Welt der Haie, maximieren aber sicherlich Einschaltquoten. Im Gegensatz dazu enthielt die erste „Shark Week“ 20 Jahre früher etwas freundlichere, aber weniger motivierende Titel wie „Der Hai nimmt eine Siesta“ und „Haie in einem anderen Licht“.
timemag coverDas „Time Magazine“ propagierte 2001 den „Sommer der Haie“. Der Medienrausch begann, als ein Bullenhai den Arm eines 8 Jahre alten Jungen abbiss, der bei Pensacola, Florida, im Wasser spielte. Jede noch so unbedeutende Begegnung mit einem Hai wurde darauf folgend in der Hauptsendezeit gezeigt.

Die Wahrheit ist jedoch, dass sich in 2001 und in all den anderen Jahren relativ wenige Haiangriffe und Todesfälle ereigneten. Besonders im Vergleich mit nahezu allen anderen Arten von Unfällen. Der Hai zierte diesen Sommer nicht das Titelblatt des „Time Magazines“ weil er eine tatsächliche Gefahr darstellt, sondern weil es insgesamt ein Sommer mit wenigen  Nachrichten war.

Peter Benchley, der Autor von „ Der Weiße Hai“, dem Roman über einen fiktiven Weißen Hai, der später von Steven Spielberg produziert wurde, sagte einst: „Wir fürchten nicht nur unsere Jäger, wir sind von ihnen gefesselt. Auf eine tiefe, tribale Weise lieben wir unsere Monster.“ Dazu sollte erwähnt werden, dass Benchley einige Jahre nachdem er „Der Weiße Hai“ geschrieben hatte, ein hochgradig engagierter Haischützer und Haiverteidiger wurde.

jawsDie Wahrheit über Haiangriffe wird an einer anderen Stelle der Shark Savers Seite aufgedeckt. Jährlich gibt es eine handvoll Haiangriffe auf der Welt und nur 10 von ca. 500 Haiarten wurden mit Vorfällen mit Menschen in Verbindung gebracht (Siehe Mythos: Haiangriffe sind häufig).

Doch diese Fakten können nicht mit Geld konkurrieren. Oder mit unserem makaberen Drang nach Nervenkitzel.

Unglücklicherweise werden Haie auch durch einen anderen großen Haufen an Geld ausradiert: Der Haifischflossen-Industrie. Bisher gibt es leider keinen großen öffentlichen Aufschrei, um Haie zu schützen. Möglicherweise ist das von den Medien gemachte Bild, dass es für viele Menschen schwierig macht zu verstehen, warum Haie schützenswert sind.

 
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