Schutz für Haie, Mantas und Schildkröten in Raja Ampat, Indonesien

Posted on November 15, 2010
Written by: Shark Savers
Tags: Haischutzgebiete Projekt 

Pressemitteilung

Heute gaben das Misool Eco Resort und Shark Savers bekannt, dass Raja Ampats gesamte 17.760 Quadratmeilen zu einem Haischutzgebiet erklärt werden. Der Regent von Raja Ampat, Bupati Drs Marcus Wanma, demonstrierte mit dieser historisch einmaligen Erklärung die Vorreiterrolle seines Landes beim Thema Meeresschutz.

Das Raja Ampat Haischutzgebiet bietet sowohl Manta- und Teufelsrochen, als auch allen Haien, Dugongs und Meeresschildkröten umfassenden Schutz. Zusätzlich dazu wurde ein Verbot der extrem umweltschädlichen Praxis des Dynamitfischens, sowie des Handel mit Aquarienfischen, erlassen. Das Haischutzgebiet ist das erste in Indonesien, dem größten Inselarchipel der Welt.

Die Einrichtung des Haischutzgebietes ist eine direkte Antwort auf die von der internationalen Haischutzorganisation Shark Savers zusammen mit dem Misool Eco Resort (MER) gestartete Kampagne. Über 8.500 Taucher und Umweltschützer, zusammen mit Hunderten von Tourismus- und Tauchunternehmen sowie NGO’s aus aller Welt, unterstützten diese Kampagne.

"Dieses neue Haischutzgebiet verdankt seine Errichtung den Tausenden von Meeresschützern, die den sofortigen Schutz von Haien, Mantas und anderen Meeresbewohnern forderten.", so Michael Skoletsky, Geschäftsführer von Shark Savers. "Taucher erleben die Ozeane von innen heraus und übernehmen in zunehmendem Maße Verantwortung für den Schutz der Meere und Haie. Der Tauchökotourismus ist dabei ein effektives Mittel, um der zügellosen Ausbeutung der letzten verbleibenden Haie und artenreichen Meeresökosysteme zu begegnen."

Durch die Errichtung des Haischutzgebietes in Raja Ampat wird eine Zunahme des Tauchökotourismus erwartet, der somit den Bewohnern von Raja Ampat auch einen höheren ökonomischen Nutzen bringen, und die durch die Überwachung und Durchsetzung des Schutzgebietes entstehenden Kosten ausgleichen wird. Shark Savers wird dabei auch weiterhin eine Rolle bei der Bildung einer dauerhaften Unterstützung durch Taucher und Umweltschützer zur Finanzierung einer langfristigen Durchsetzung des Haischutzgebietes spielen.

Das neue Haischutzgebiet baut auf vorangegangenen Erfolgen zum Schutz der lebensnotwendigen Korallenriffe und Mangrovenwälder auf. Im Jahr 2007 arbeiteten Conservation International (CI) und The Nature Conservancy (TNC) zusammen mit der Regierung von Raja Ampat an der Errichtung von sieben Meeresschutzgebieten, welche durch CI und TNC aufrechterhalten und durchgesetzt werden.

Im Jahre 2005 errichtete das Misool Eco Resort (MER) bereits zusammen mit örtlichen Misool Dörfern, WildAid und der Coral Reef Alliance die 164 Quadratmeilen große Misool Marine Conservation Area (MCA), um die dortigen Haie und Riffe zu schützen. Heute kündigte MER ebenfalls an, dass dieses Schutzgebiet auf 468 Quadratmeilen ausgedehnt wird und auch die Daram Inseln nun miteinschließt. Sowohl alle diese sieben Meeresschutzgebiete, als auch das MCA liegen nun innerhalb des heute verkündeten Haischutzgebietes.

"Unsere MCA wird dank der Zuschüsse von WildAid und der Coral Reef Alliance ständig patroulliert, sodass die Zahl der Haie dort schnell wieder zunehmen kann.", sagt Andrew Miners vom MER. "Um solch einen ähnlichen Erfolg zu erreichen, braucht das neue Haischutzgebiet eine breite Koalition dieser großen Naturschutzorganisationen- CI, TNC, CORAL, WildAid und SharkSavers- zusammen mit den örtlichen Gemeinden, der Regierung und der Tourismusbranche."

Mit seinen mehr als 1.397 Fisch- und über 600 bekannten Korallenarten besitzt Raja Ampat die größte Artenvielfalt auf diesem Planeten. Es war jedoch aber auch Schauplatz zerstörerischer Überfischung, die Haie, Mantarochen und andere empfindliche Spezies auf das Äußerste bedroht hat.

Haie spielen als Spitzenprädatoren eine lebensnotwendige Rolle bei der Regulation der kommerziell wichtige Fischbestände und der Erhaltung des Gleichgewichtes an den Korallenriffen. Trotz ihrer Wichtigkeit werden jedes Jahr über 73 Millionen Haie vor allem für Haifischflossensuppe getötet, sodass einige Arten schon um bis zu 90% geschrumpft sind. In Raja Ampat sind bereits 75% der dort lebenden Haiarten von der lokalen Ausrottung bedroht.

"Haie werden wegen ihrer Flossen getötet, Mantas wegen ihrer Kiemen und die seltenen Rifffische werden für Aquarien gefangen.", sagt Peter Knights, Geschäftsführer von WildAid. "Es ist tragisch, dass so viel von dem biologischen Schatz von Raja Ampat für Konsumenten bestimmt ist, die sich über die Auswirkungen ihres Verhaltens gar nicht im Klaren sind." WildAid und SharkSavers arbeiten darüber hinaus auch bei Medienkampagnen zusammen, die den Konsum von Haifischflossensuppe eindämmen sollen. Beide Organisationen glauben, dass durch die gezielte Ansprache sowohl der Nachfrage- als auch der Angebotsseite des Problems, sich die Ausrottung der Haie noch stoppen lässt.